Falsche Freunde sind englische Wörter, die wie deutsche aussehen, aber etwas anderes bedeuten. Die gefährlichsten für Deutschsprachige sind become (werden, nicht bekommen), gift (Geschenk, nicht Gift), also (auch, nicht also), chef (Koch, nicht Chef) und eventually (schließlich, nicht eventuell). Wer diese Paare im Satz lernt, vermeidet die peinlichsten Missverständnisse.
Die folgende Tabelle zeigt, was das englische Wort tatsächlich bedeutet, welches deutsche Wort Sie vermutlich im Kopf hatten und wie Sie das Gemeinte auf Englisch ausdrücken.
| Englisch | Bedeutet | Verwechselt mit | Gemeint ist auf Englisch |
|---|---|---|---|
| become | werden | bekommen | get, receive |
| gift | Geschenk | Gift | poison |
| also | auch, außerdem | also (folglich) | so, well |
| handy | praktisch, nützlich | Handy | mobile phone, cell phone |
| chef | Koch, Köchin | Chef | boss, manager |
| eventually | schließlich, irgendwann | eventuell | maybe, possibly |
| actually | eigentlich, tatsächlich | aktuell | currently, at the moment |
| sensible | vernünftig | sensibel | sensitive |
| sympathetic | mitfühlend, verständnisvoll | sympathisch | nice, likeable |
| brave | mutig | brav | well-behaved, good |
| spend | ausgeben, verbringen | spenden | donate |
| bald | kahl, glatzköpfig | bald | soon |
| art | Kunst | Art | kind, type |
| map | Landkarte, Stadtplan | Mappe | folder |
| fabric | Stoff | Fabrik | factory |
| billion | Milliarde | Billion | trillion |
| undertaker | Bestatter | Unternehmer | entrepreneur, business owner |
| meaning | Bedeutung | Meinung | opinion |
| gymnasium | Turnhalle | Gymnasium | grammar school, high school |
| mist | Dunst, Nebel | Mist | rubbish, nonsense |
Die bekannteste Verwechslung ist become. Wer im Café „Can I become a coffee?“ sagt, fragt wörtlich, ob er sich in einen Kaffee verwandeln darf. Richtig ist „Can I get a coffee?“ oder höflicher „Could I have a coffee, please?“. Become heißt werden: „She became a doctor“ bedeutet, sie ist Ärztin geworden. Für bekommen nehmen Sie get im Alltag und receive im Schriftlichen: „I received your email“.
Die zweite Falle ist will. Im Englischen bildet will die Zukunft, entspricht also dem deutschen werden. „I will call you“ heißt „Ich werde dich anrufen“, nicht „Ich will dich anrufen“. Für wollen steht want: „I want to call you“. Eine Ausnahme verwirrt viele: Beim Bestellen ist „I'll have the soup“ völlig normal und höflich. Das ist kein wollen, sondern eine Entscheidung, die Sie gerade treffen.
Auch spend führt in die Irre. Es bedeutet Geld ausgeben oder Zeit verbringen: „We spent a week in Cornwall“. Wer spenden meint, sagt donate: „I donated to a local charity“.
Das deutsche Füllwort also, mit dem man einen Satz beginnt oder eine Folgerung zieht, heißt auf Englisch so oder well. „So, what do we do now?“ ist die natürliche Entsprechung von „Also, was machen wir jetzt?“. Das englische also heißt dagegen auch oder außerdem. Ein Satzanfang wie „Also, the meeting is cancelled“ kündigt deshalb einen zusätzlichen Punkt an, keine Schlussfolgerung.
Eventually beschreibt, was am Ende einer längeren Entwicklung tatsächlich passiert: „Eventually, we found the hotel“ heißt „Schließlich haben wir das Hotel gefunden“. Das deutsche eventuell drückt dagegen Unsicherheit aus. Dafür nehmen Sie maybe, possibly oder ein Modalverb: „We might come tomorrow“. Gerade in E-Mails ist der Unterschied heikel. „We will eventually need more staff“ klingt nach einer festen Planung, nicht nach einer vagen Möglichkeit.
Actually heißt eigentlich oder tatsächlich und korrigiert oft eine Annahme: „Actually, I'm from Austria, not Germany“. Wer aktuell meint, sagt currently oder at the moment, und für die aktuelle Version the current version oder the latest version.
Dass gift ein Geschenk ist, wissen die meisten. Schwieriger sind die Charakterwörter. Sensible heißt vernünftig: „That's a sensible decision“. Ein sensibler Mensch ist sensitive. Wer über einen empfindlichen Kollegen „He is very sensible“ sagt, lobt ihn also für seine Vernunft.
Sympathetic bedeutet mitfühlend oder verständnisvoll, etwa gegenüber jemandem, der gerade Probleme hat. Wenn Sie jemanden sympathisch finden, sagen Sie „She's really nice“ oder „I like him“. Brave heißt mutig, ein braves Kind ist well-behaved. Und ein undertaker organisiert Beerdigungen. Wer sich als Unternehmer vorstellen will, sagt „I'm an entrepreneur“ oder „I run my own business“.
Einige Fallen entstehen nicht beim Lesen, sondern beim Hören und Sprechen. Das englische where klingt ähnlich wie das deutsche wer, bedeutet aber wo. Das englische who bedeutet wer, obwohl es für deutsche Ohren eher an wo erinnert. Die Fragewörter sind also genau über Kreuz verteilt. Gerade unter Zeitdruck kommt dann „Who are you?“ heraus, wenn „Where are you?“ gemeint war. Beim Schreiben kommt were dazu, die Vergangenheitsform von be, die leicht mit where verwechselt wird: „Where were you yesterday?“ Sprechen Sie diese Frage ein paar Mal laut, bis die Zuordnung ohne Nachdenken sitzt.
Manche Wörter klingen englisch, werden im Englischen aber gar nicht oder ganz anders verwendet. Hier hilft kein Wörterbuch aus der Schulzeit, denn das Wort steht ja scheinbar schon richtig da.
| Deutsches Wort | Auf Englisch | Was das englische Wort bedeuten würde |
|---|---|---|
| Handy | mobile phone (britisch), cell phone (amerikanisch) | handy ist ein Adjektiv: praktisch |
| Beamer | projector | umgangssprachlich ein bestimmtes deutsches Auto |
| Oldtimer | vintage car, classic car | old-timer: jemand, der schon sehr lange dabei ist |
| Homeoffice | working from home | Home Office: das britische Innenministerium |
| Smoking | dinner jacket (britisch), tuxedo (amerikanisch) | smoking: das Rauchen |
| Public Viewing | watching the match on a big screen | kann vor allem in den USA die Aufbahrung eines Verstorbenen bedeuten |
| Mobbing | bullying | bullying ist das übliche Wort, auch am Arbeitsplatz |
Besonders tückisch ist das Homeoffice. „I'm in the Home Office today“ klingt für britische Ohren, als arbeiteten Sie heute im Ministerium. Sagen Sie „I'm working from home today“.
Falsche Freunde verschwinden nicht durch Vokabellisten, weil das deutsche Wort beim Sprechen schneller ist als jede Regel. Lernen Sie jedes Paar deshalb in einem Satz, den Sie wirklich sagen würden: „Could I get the bill, please?“ statt „become = werden“. Notieren Sie außerdem den Satz, den Sie früher falsch gesagt haben, direkt neben dem richtigen. Der Kontrast ist das, was Ihr Gedächtnis später abruft.
Am schnellsten festigen sich die Wörter, wenn Sie sie laut in einer echten Situation verwenden: beim Bestellen im Café, beim Small Talk über den Job oder beim Erzählen vom Wochenende. Genau dafür können Sie mit Polly in PollyStop üben, die Ihnen zuhört und nachfragt, wenn ein become eigentlich ein get sein sollte.
Become ist der bekannteste. Es heißt werden, nicht bekommen. Für bekommen sagen Sie get oder receive, zum Beispiel Can I get a coffee, please? oder I received your email.
Im britischen Englisch mobile phone oder kurz mobile, im amerikanischen Englisch cell phone oder cell. Das englische Wort handy ist ein Adjektiv und bedeutet praktisch oder nützlich.
Eventually heißt schließlich, letztendlich oder irgendwann. Es beschreibt, was am Ende wirklich passiert. Für eventuell im Sinne von vielleicht nehmen Sie maybe, possibly oder might.
Nein. Das englische billion entspricht der deutschen Milliarde, also tausend Millionen. Die deutsche Billion heißt auf Englisch trillion. Bei Zahlen in Berichten und Präsentationen lohnt sich deshalb ein zweiter Blick.