Im Vorstellungsgespräch auf Englisch zählen drei Dinge: eine kurze Selbstvorstellung mit den richtigen Zeitformen, deutsche Abschlüsse in verständlichen Begriffen und ein Ton, der Erfolge konkret nennt, ohne zu prahlen. Die häufigsten Fehler von Deutschsprachigen sind I work here since, make an internship, my chef und zu nüchterne Antworten auf die Frage nach Stärken.
Fast jedes Gespräch beginnt mit „Tell me about yourself“ oder „Walk me through your background“. Viele Deutschsprachige erzählen dann ihren Lebenslauf von vorne, beginnend beim Abitur. Erwartet wird etwas anderes: eine kurze Antwort von etwa zwei Minuten, die von der Gegenwart ausgeht und beim Grund für die Bewerbung endet. Eine bewährte Reihenfolge ist Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft.
Achten Sie auf die Zeitformen. Was bis heute andauert, steht im Present Perfect mit for oder since. Was abgeschlossen ist, etwa das Studium, steht im Simple Past. „I work here since 2019“ ist der häufigste Fehler in genau diesem Moment, richtig ist „I've worked here since 2019“.
Viele deutsche Begriffe haben keine genaue englische Entsprechung. Nennen Sie im Zweifel den deutschen Namen und erklären Sie ihn in wenigen Worten, statt ein englisches Wort zu erfinden.
| Deutsch | Im Gespräch auf Englisch |
|---|---|
| Abitur | the Abitur, the German university entrance qualification |
| Ausbildung | vocational training, an apprenticeship |
| duales Studium | a work-study degree, combining university and company training |
| Diplom | a Diplom degree, roughly equivalent to a master's |
| Praktikum | an internship, in Großbritannien auch a work placement |
| Werkstudent | a part-time job alongside my studies |
| Lebenslauf | CV (britisch), résumé (amerikanisch) |
| Anschreiben | cover letter |
| Probezeit | probation, probationary period |
| Kündigungsfrist | notice period |
| Gehaltsvorstellung | salary expectations |
| mein Chef, meine Chefin | my manager, my boss, in Großbritannien auch my line manager |
Ein Wort zum Arbeitszeugnis: Ausführliche schriftliche Zeugnisse, wie sie in Deutschland üblich sind, kennt man in Großbritannien und den USA kaum. Dort nennt man references, also Personen, die der neue Arbeitgeber kontaktieren kann. Wenn Sie ein Zeugnis erwähnen, erklären Sie kurz, was es ist: „a detailed written reference from my previous employer“.
Ein deutscher Lebenslauf enthält oft Foto, Geburtsdatum und manchmal den Familienstand. In Großbritannien und den USA gehören diese Angaben in der Regel nicht in den CV oder das résumé, auch weil Arbeitgeber dort Vorwürfe der Diskriminierung vermeiden wollen. Ein Foto wirkt deshalb eher fremd als professionell. Ebenso unüblich sind eine Unterschrift unter dem Lebenslauf und Ort und Datum am Ende.
| Frage | Ein natürlicher Einstieg |
|---|---|
| Why do you want to work here? | What attracts me to this role is … |
| What are your strengths? | One of my strengths is … For example, in my last project I … |
| What's your greatest weakness? | I used to …, so now I make a point of … |
| Why are you leaving your current job? | I've learned a lot there, and I'm now looking for … |
| Tell me about a time when you solved a problem. | In my previous role, we had a situation where … |
| What are your salary expectations? | Based on my research and experience, I'm looking for something in the range of … |
| Do you have any questions for us? | Yes, I'd like to know more about … |
Fragen wie „Tell me about a time when …“ erwarten eine kleine Geschichte: die Situation, Ihre Aufgabe, was Sie getan haben und was dabei herauskam. Erzählen Sie diese Geschichte im Simple Past und mit „I“ statt „we“, wenn es um Ihren eigenen Beitrag geht. Und auf „Do you have any questions for us?“ sollten Sie immer zwei oder drei Fragen bereithalten. „No, everything is clear“ ist eine ehrliche deutsche Antwort, wirkt im englischsprachigen Gespräch aber leicht desinteressiert.
Deutsche Bewerber beschreiben sich oft sachlich und zurückhaltend: „Ich denke, ich bin ganz gut in Projektplanung.“ Wörtlich übersetzt wird daraus „I think I'm quite good at project planning“. Im britischen Englisch schwächt quite vor einem solchen Adjektiv eher ab und bedeutet dann ziemlich oder einigermaßen. Besser wirken konkrete Belege: „I planned and led the rollout of our new system across three sites.“ Die Leistung spricht dann für sich, ohne dass Sie sich selbst loben müssen.
Umgekehrt klingen sehr direkte deutsche Formulierungen auf Englisch schnell schroff. Statt „That was a bad decision by my manager“ sagen Sie „I would have approached it differently“. Weichmacher wie „I'd say“, „I tend to“ oder „from my experience“ sind im Englischen kein Zeichen von Unsicherheit, sondern normaler Gesprächston.
Auch die Anrede ist lockerer. Stellt sich die Interviewerin mit „Hi, I'm Sarah“ vor, sprechen Sie sie mit Sarah an. Ein „Mrs. Miller“ wirkt dann steif. Und auf ein „How are you?“ zu Beginn genügt „Good, thanks. How are you?“, auch wenn die Anreise schwierig war.
In den USA ist eine kurze Dankes-E-Mail am selben oder am nächsten Tag weit verbreitet, in Großbritannien zumindest nicht ungewöhnlich. Zwei oder drei Sätze reichen: „Thank you for taking the time to speak with me today. I enjoyed learning more about the team and I'm very interested in the role.“ Vermeiden Sie dabei „I'm looking forward to hear from you“. Nach looking forward to folgt die ing-Form: „I look forward to hearing from you.“
Die Sätze in diesem Leitfaden helfen nur, wenn Sie sie vorher laut gesagt haben. Üben Sie Ihre Selbstvorstellung so lange, bis sie ohne Zettel sitzt, und lassen Sie sich die typischen Fragen stellen. Mit Polly in PollyStop können Sie ein solches Gespräch durchspielen und hören, wo ein since oder ein make noch hakt.
Am verständlichsten ist vocational training oder apprenticeship, gefolgt vom Beruf. Wenn das System unbekannt sein könnte, ergänzen Sie kurz, dass es Berufsschule und Arbeit im Betrieb kombiniert.
In Großbritannien und den USA in der Regel nicht. Auch Geburtsdatum und Familienstand lässt man dort meist weg. Ein Foto wirkt eher ungewohnt als professionell.
Nennen Sie eine echte, aber nicht entscheidende Schwäche und sagen Sie, was Sie dagegen tun, etwa mit I used to und so now I. Vermeiden Sie Scheinschwächen wie Perfektionismus ohne Beispiel.
Wenn sie sich mit Vornamen vorstellen, ja. Das ist im englischsprachigen Berufsleben normal und kein Zeichen von Respektlosigkeit. Bleiben die Interviewer bei Mr oder Ms, folgen Sie ihnen.